Aus dem Lager
Der Punkt, an dem dich Selberpacken mehr kostet als ein 3PL
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Third-Party Logistics, kurz 3PL, ist der Fachbegriff dafür, dass ein externer Betrieb die Logistik eines Händlers übernimmt. Der Händler bleibt Eigentümer der Ware, kümmert sich aber nicht mehr selbst um Regal, Karton und Paketschein. Wie das konkret abläuft und woran du merkst, dass der Zeitpunkt für den Wechsel da ist, steht hier.
Was ein 3PL-Dienstleister übernimmt
Ein Fulfillment-Dienstleister ist kein Lagerraum zum Mieten. Er übernimmt einen Prozess, und der besteht aus fünf Schritten, die ineinandergreifen.
Entscheidend ist der letzte Punkt: Ohne saubere Anbindung an deinen Shop entsteht doppelte Arbeit, und der Vorteil ist wieder weg.
- Wareneingang: Anlieferung annehmen, Menge gegen die Avisierung prüfen, Artikel erfassen.
- Einlagerung: Jeder Artikel bekommt einen festen Lagerplatz, damit er beim Picken wiedergefunden wird.
- Kommissionierung: Bei einer Bestellung werden die Artikel aus dem Regal geholt und gegen den Auftrag geprüft.
- Versand: Passende Verpackung wählen, Label erzeugen, Paket dem Carrier übergeben.
- Retouren: Rücksendung annehmen, sichten, aufbereiten und wieder verfügbar machen.
Der Unterschied zu Lagerraum und zu FBA
Wer nur Fläche mietet, hat weiterhin das ganze Personalthema am Hals: Jemand muss packen, jemand muss Retouren öffnen, und im Urlaub muss jemand einspringen. Ein 3PL rechnet dagegen pro Bewegung ab, nicht pro Quadratmeter.
Amazon FBA ist ebenfalls Fulfillment, aber nur für Amazon. Sobald du auch über eBay, den eigenen Shop oder Vinted verkaufst, sitzt dein Bestand entweder doppelt oder du zahlst für den Multi-Channel-Versand aus dem Amazon-Lager kräftig drauf. Ein neutraler Dienstleister bedient alle Kanäle aus einem Bestand.
Ab wann rechnet sich der Wechsel?
Die ehrliche Antwort: Es gibt keine feste Paketzahl, ab der es sich lohnt. Es gibt aber drei Signale, die ziemlich zuverlässig sind.
Rechne dabei deine eigene Zeit mit ein. Wer pro Tag zwei Stunden packt, verliert im Monat rund 40 Arbeitsstunden, die nicht in Einkauf, Listings oder Marketing fließen.
- Du packst regelmäßig abends oder am Wochenende, weil du tagsüber nicht dazu kommst.
- Saisonspitzen kannst du nicht mehr abfedern, ohne jemanden einzustellen.
- Dein Lager ist voll, und die nächste Fläche wäre ein Mietvertrag über Jahre.
Was es kostet und worauf du beim Vergleich achten musst
Fulfillment-Preise bestehen fast immer aus drei Blöcken: einer Grundgebühr, Kosten pro Bestellung und Kosten für Lagerplatz. Dazu kommen Material und Sonderleistungen.
Vergleichbar wird das erst, wenn du dieselbe Beispielbestellung durchrechnest. Nimm einen typischen Auftrag aus deinem Shop, also etwa ein Artikel im Standardkarton für 0,51 € netto, und lass dir von jedem Anbieter den Endpreis für genau diesen Fall nennen. Frag außerdem nach dem Preis für eine Retoure, bei uns 1,13 € netto im Enterprise-Tarif, denn genau dort verstecken sich die Unterschiede.
- Gibt es eine Mindestmenge oder eine Setup-Gebühr?
- Was kostet die Einlagerung, und ab wann läuft die Lagergebühr an?
- Ist die Anbindung an deine Verkaufskanäle im Preis enthalten?
- Wie wird eine Retoure abgerechnet, pauschal oder nach Aufwand?
Das Wichtigste in Kürze
- 3PL heißt: Der Dienstleister übernimmt den Prozess, du behältst die Ware und die Kundenbeziehung.
- Der wichtigste Unterschied zu FBA ist die Kanalunabhängigkeit, ein Bestand bedient alle Marktplätze.
- Nicht Paketzahlen entscheiden über den Wechsel, sondern die Frage, ob dich das Packen ausbremst.
- Vergleiche Anbieter über eine echte Beispielbestellung inklusive Retoure, nicht über die Grundgebühr.
