Rechnen & Sparen
Sechs Stellschrauben, mit denen du deine Versandkosten wirklich senkst
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Beim Thema Versandkosten denken die meisten zuerst an den Paketpreis. Der ist aber der Posten, den du am schlechtesten beeinflussen kannst, solange deine Mengen überschaubar sind. Die größeren Hebel liegen davor und dahinter.
1. Die Kartongröße
Der häufigste vermeidbare Fehler ist der zu große Karton. Er kostet doppelt: einmal beim Material und einmal beim Porto, weil Carrier volumetrisch abrechnen. Der Sprung vom Kleinkarton für 0,50 € netto auf den Standardkarton für 0,51 € netto sieht nach Kleingeld aus, summiert sich bei tausend Sendungen aber deutlich, und der Portounterschied liegt oft darüber.
Praktischer Test: Nimm deine zehn meistverkauften Artikel und schau nach, welcher Karton dafür tatsächlich verwendet wird. Wenn bei mehr als der Hälfte Luft mit Polstermaterial aufgefüllt wird, fehlt eine Größe im Sortiment.
2. Die Retourenquote
Eine Retoure kostet dich das Rückporto, die Bearbeitung und im Zweifel den Artikel. Damit ist sie fast immer teurer als der ursprüngliche Versand.
Die wirksamsten Maßnahmen liegen vor dem Kauf: vollständige Maßangaben, ehrliche Produktfotos und ein klarer Hinweis, wenn ein Artikel klein ausfällt. Wer die Retourengründe systematisch erfasst, sieht nach wenigen Wochen, welches Listing das Problem verursacht.
3. Die Carrier-Wahl pro Sendung
Kein Carrier ist bei allem der günstigste. Der eine ist bei kleinen Paketen stark, der andere bei sperrigen, der dritte bei Auslandssendungen. Wer alles über einen Vertrag schickt, zahlt bei einem Teil der Sendungen zu viel.
Über einen Fulfillment-Dienstleister läuft diese Auswahl automatisch, weil dort mehrere Verträge nebeneinanderliegen. Wir wählen pro Sendung zwischen DHL, UPS und DPD aus, ohne dass du etwas einstellen musst.
4. Verpackungsmaterial und Wiederverwendung
Neues Material ist nicht immer nötig. Kartons, die im Wareneingang anfallen und in Ordnung sind, lassen sich für den Versand weiterverwenden. Bei uns kosten recycelte Kartons nichts, und eigene Kartons kannst du uns zuschicken, wir nutzen sie ausschließlich für deinen Versand.
Das spart nicht nur Geld, es ist auch der einfachste Punkt in Richtung der neuen Verpackungsvorgaben, weil weniger neues Material anfällt.
5. Fehlerkosten statt Stückkosten
Eine falsch gepackte Bestellung kostet den Versand, die Retoure, den Ersatzversand und oft eine schlechte Bewertung. Rechnet man das zusammen, ist ein einziger Fehler teurer als der Portovorteil von hundert Sendungen.
Deshalb ist die Prüfung gegen den Auftrag beim Packen keine Bürokratie, sondern der Posten mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis.
6. Deine eigene Zeit
Der Posten, der in keiner Kalkulation auftaucht, ist die Stunde, die du selbst am Packtisch stehst. Wer 25 Sendungen am Tag selbst packt, verbringt damit leicht zwei Stunden.
Diese Zeit ist nicht kostenlos, sie fehlt beim Einkauf und beim Marketing. Wenn du Fulfillment-Angebote vergleichst, rechne deinen eigenen Stundensatz gegen, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kartongröße ist der unterschätzteste Hebel, weil sie Material und Porto gleichzeitig trifft.
- Eine Retoure ist fast immer teurer als der ursprüngliche Versand, also lohnt Prävention im Listing.
- Kein Carrier ist überall am günstigsten, die Wahl pro Sendung bringt mehr als eine Verhandlung.
- Ein Packfehler frisst den Portovorteil vieler Sendungen auf.
