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Modelle im Vergleich

Warum die meisten am Ende beides fahren, Dropshipping und Fulfillment

6 Minuten Lesezeit

Wareneingang im Lager: Eine Hand scannt das Etikett auf einem Versandkarton, im Hintergrund Palettenregale und ein TerminalKI-generiert

Beim Dropshipping schickt der Lieferant direkt an deinen Kunden, du hältst keine Ware. Beim Fulfillment liegt dein Bestand bei einem Dienstleister, der für dich packt und versendet. Beide Modelle funktionieren, aber sie belohnen unterschiedliche Situationen.

Kapitalbindung: klarer Punkt für Dropshipping

Dropshipping braucht kein Warenlager und damit kein gebundenes Kapital. Du kannst hundert Produkte testen, ohne eines davon einzukaufen. Für den Start und für Sortimentstests ist das schwer zu schlagen.

Der Preis dafür ist die Marge. Weil der Lieferant einzeln kommissioniert und einzeln versendet, zahlst du pro Stück mehr als beim Einkauf größerer Mengen. Wer ein Produkt gefunden hat, das läuft, verschenkt mit Dropshipping dauerhaft Marge.

Lieferzeit: klarer Punkt für Fulfillment

Beim Dropshipping bist du in der Lieferzeit vom Lieferanten abhängig, und wenn der im Ausland sitzt, reden wir über Wochen statt Tage. Auf Marktplätzen ist das ein handfestes Problem, weil die Lieferzeit in die Sichtbarkeit einfließt und lange Wege die Storno-Quote hochtreiben.

Liegt die Ware dagegen in einem Lager in Deutschland, entscheidet nur noch der Cut-off. Was bis 12 Uhr bei uns ist, geht am selben Werktag raus, der Kunde hat sein Paket in der Regel am nächsten oder übernächsten Tag.

Retouren und Kontrolle

Beim Dropshipping siehst du das Produkt nie. Du erfährst von einem Qualitätsproblem erst, wenn sich Kunden beschweren, und die Retoure läuft über eine Adresse, die du nicht steuerst.

Mit eigenem Bestand kannst du jede Rücksendung sichten lassen, bevor sie wieder in den Verkauf geht. Bei uns kostet die Standardretoure inklusive Sichtprüfung und Neuverpackung 1,13 € netto im Enterprise-Tarif, auf Wunsch mit Fotodokumentation. Das ist der Unterschied zwischen "vermutlich in Ordnung" und "geprüft".

  • Verpackung und Beilagen bestimmst du selbst, inklusive eigenem Branding.
  • Qualitätsprobleme fallen im Wareneingang auf, nicht erst beim Kunden.
  • Retouren gehen an dein Lager und sind wieder verkäuflich, statt beim Lieferanten zu verschwinden.

Der hybride Weg, den die meisten am Ende gehen

In der Praxis schließen sich die Modelle nicht aus. Viele Händler testen neue Artikel im Dropshipping und holen genau die Produkte ins eigene Lager, die sich verkaufen.

Das kombiniert die Vorteile: Der Test kostet kein Kapital, und der Bestseller bekommt die kurze Lieferzeit und die bessere Marge. Voraussetzung ist ein Fulfillment-Partner ohne Mindestmenge, sonst lohnt der Umzug einzelner Artikel nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dropshipping gewinnt beim Kapitaleinsatz, Fulfillment bei Lieferzeit, Marge und Kontrolle.
  • Lange Lieferzeiten kosten auf Marktplätzen Sichtbarkeit, nicht nur Geduld.
  • Ohne eigenen Bestand kannst du Qualität nicht prüfen und Retouren nicht steuern.
  • Der übliche Weg ist hybrid: im Dropshipping testen, Bestseller einlagern.
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